Historie

Die Schwimmabteilung unseres Vereins darf sich glücklich schätzen, bekannte und geschätzte Bürger der Stadt als Geburtshelfer in den Gründerjahren gefunden zu haben. Der gesundheitliche Wert des Schwimmens wurde schon zu einer Zeit erkannt, in der der Sport noch nicht voll durchorganisiert war und manche Sportart nur zur Freude betrieben wurde.
Aus der Jahreshauptversammlung des Turnvereins vom 7. Januar 1923 wird berichtet, "dass am 13. August 1922 eine eigene Schwimmabteilung unter Führung des Verwalters Hauchler, eines sehr eifrigen früher bestbekannten Wettschwimmers und Springers gegründet wurde". Die Gründung fiel in ein Jahr, in dem die Inflation bereits ihre Schatten vorauswarf; im Jahrbuch des Deutschen Schwimmverbandes war damals zu lesen: "Inflation beginnt, die Tätigkeit zu lähmen - Rückgang der Mitgliederzahlen!" Dass unser Verein gegensteuerte ist wohl der Vielseitigkeit der sportlichen Betätigung seiner Mitglieder zuzuschreiben. Die Schwimmer waren meist auch Turner oder betätigten sich in Spielabteilungen oder der Leichtathletikriege.
Die Abteilung war eng mit der Schaffung von Schwimmbecken in Passau verbunden. Am 20. August 1922 erfolgte die Eröffnung des Bschüttbades, selbstverständlich mit zwei getrennten Schwimmbecken jeweils für Männer und Frauen. 

Die Eröffnung des Bschüttbades

Die (von den Schwimmern natürlich oft angebohrte) Trennwand zwischen den Becken fiel erst Mitte der 30er Jahre. Beim 62. Stiftungsfest des Turnvereins (1924) wurden bereits eigene Schwimmwettkämpfe durchgeführt. Dabei sicherte sich der 1. Vorstand des Vereins, Sanitätsrat Dr. Hiltermann, mit seiner "durchgebildeten Technik" drei erste Siege. Sehr ermutigend waren auch die Leistungen der Herren Giesecke, damaliger Schwimmwart, Toni Reiter und Josef Höchstetter im Kunstspringen. Es folgten Wettkämpfe mit zahlreichen Teilnehmern in den Jahren 1925 und 1926. Eine besondere Überraschung bot dabei ein auf der Durchreise befinglicher Amerikaner, der außer Konkurrenz, im "Crawle-Schwimmen" (Kraulschwimmen) alle Wettkämpfer weit hinter sich ließ.
1927 nahm Schwimmwart Giesecke Abschied von Passau. An seiner Stelle wurde der Erbauer des Bschüttbades, Architekt Karl Kiefer, vom Turnrat gewählt, der die Abteilung bis 1931 führte. Josef Detzer, Baumeister in Passau, leitete dann zwei Jahre die Geschicke der Abteilung. In diese Zeit fielen auch die von allen Passauer Sportvereinen beschickten Schwimmfeste des Stadtverbandes für Leibesübungen.

1930 wurde erstmals ein Wasserballspiel zwischen dem Turnverein und der Mannschaft des III./20. Inf.-Regiments ausgetragen, das 2:1 für die Reichswehr endete. In diesen Jahren wurde auch das "Hand-über-Hand-Schwimmen" - später Kraul genannt - eingeführt. Vierzig-Meter-Tauchen auf Zeit war auch eine Disziplin, die viele Anhänger fand. Erster Passauer Sieger war hier Josef Detzer.

Sehr bewährt hatte sich die laufende Zusammenarbeit mit der Reichswehr, die u.a. bei einem volkstümlichen Schwimmfest "Springen vom 3-m-Brett" in feldmarschmäßiger Ausrüstung zeigte. 1933 fungierte dann Toni Reiter (ehemaliger Pächter der Peschl-Terrasse) als Schwimmwart. Hans Fisch sen. schulte die Springer und Josef Detzer wurde Schwimmtrainer. Das Stromschwimmen in der Donau wurde in der Folgezeit mehrere Jahre ausgetragen. Die Reinheit der Flüsse ließ dieses gar nicht so leicht zu organisierende Sportprogramm noch zu. Max Weiser war beim Stromschwimmen in Obernzell erster Gruppensieger. Es folgten dann schon Verbindungen mit dem Turnverein Burghausen (jetzt SV Wacker Burghausen). Der später zur Tradition gewordene Vierstädtekampf zwischen Landshut, Straubing, Burghausen und Passau wurde 1936 erstmals durchgeführt. Hans Kreuzer, seit 1934 Abteilungsleiter, mußte wegen seiner Berufung als Kreisfachwart im "Gau-Ostmark" die Abteilungstätigkeit aufgeben.

Die "Ära Max Weiser" beginnt!

Der sportliche Ziehvater mehrerer Passauer Schwimmergenerationen erinnert sich an die Anfänge:
"Als frisch gewählter Abteilungsleiter hatte ich 1937 als erste große Aufgabe ein Schwimmfest im heimischen Bschüttbad zu organisieren. Gleichzeitig startete ich auch als Wettkämpfer. Bei meinen Bemühungen, von der Passauer Geschäftswelt Ehrenpreise für die Einzelrennen zu erhalten, bekam ich u. a. von einem Uhrengeschäft eine Armbanduhr. Da ich außer meiner Firmuhr keine Uhr hatte, reizte es mich, diesen Ehrenpreis für ein Rennen einzusetzen, in dem ich Aussicht auf Erfolg hatte. 200 m Brust sollten es also sein. Zum Start wäre ich bald zu spät gekommen. Ich mußte als Organisator nicht nur das Rennen ansagen, sondern vor lauter Nervosität auch zum wiederholten Male das "Häuschen" aufsuchen. Dann ging's also ab! Die ersten fünfzig Meter, die zweiten und sogar die dritten fünfzig Meter lag ich noch gut in Führung. Plötzlich spürte ich einen Mitbewerber aufrücken und jeden meiner Armzüge begleitete ein Stöhnen: "Die Uhr, die Uhr, meine Armbanduhr!" Und wissen Sie, wer siegte: Die strapazierten Nerven! 15 Meter vor dem Ziel zog mein Freund Hermann Auslinger an mir vorbei und schlug als erster an. Leider ist dann Hermann am 10. Januar 1943 als Hauptmann in Stalingrad gefallen."

Das Bschüttbad vor der Neugestaltung

1938 wurde das Bschüttbad neu gestaltet, ein Nichtschwimmerbecken eingeweiht. Unvergessen bleibt das Anschwimmen am 22. Mai bei nur zwölf Grad Wassertemperatur. Trotz Kriegsausbruch 1939 konnten noch die "Schwimmfeste der Stadt Passau", Kreismeisterschaften und Vergleichskämpfe mit österreichischen Vereinen durchgeführt werden. Unvergessen bleiben auch die Heimatbriefe, die Hans Kreuzer als Bezirksschwimmwart an im Felde stehende Kameraden sandte und damit eine wertvolle Verbindung zur Heimat schaffte.

Und frisches Leben blüht aus den Ruinen

Das Leben ging weiter und schon bald nach dem Krieg entwickelte die Abteilung viele Aktivitäten. Nach der Rückkehr von Abteilungsleiter Max Weiser im Herbst 1945 aus der Kriegsgefangenschaft wurde mit den verbliebenen Mitgliedern die Aufnahme des Schwimmbetriebes versucht. Da das Bschüttbad der amerikanischen Besatzungsgruppe als Das Leben ging weiter und schon bald nach dem Krieg entwickelte die Abteilung wieder alleinigem Benützer vorbehalten blieb, trainierten die Schwimmer in der Ilz.
Doch 1946 konnte die erste große Heimveranstaltung wieder im beliebten "Bschütt" ausgetragen werden. Schon 1947 fanden die niederbayerischen Meisterschaften in Passau statt, und der Vierstädtekampf Landshut-Straubing-Burghausen-Passau wurde zum Höhepunkt der Saison. 1949 gestaltete sich sehr schwierig, nachdem viele Schwimmer aus wirtschaftlichen Gründen Passau verließen und damit die Wettkampfmannschaft stark schwächten. Die Münchner Isarnixen begeisterten 1951 vor einer Rekordzuschauermenge.
Auf diese Weise rührte die Abteilung kräftig die Werbetrommel. Die Schwimmer fanden wieder Anschluß an die erfolgreichen Vorkriegsjahre. Zwar mußte das Bschüttbad 1956 wegen Baufälligkeit und der Schäden durch das Hochwasser 1954 geschlossen werden, doch dafür konnten im Seminarbad Hacklberg wöchentlich zwei Trainingsabende durchgeführt werden.
Durch Vermittlung von Günther Müller (später Bundestagsabgeordneter) wurde der Vergleichskampf mit den Hochschulsportgemeinschaften Leipzig und Jena ins Leben gerufen. Die Fahrt nach Leipzig blieb allen ein unvergeßliches Erlebnis. Der Endstand des Kampfes: Jena 56, Passau 38 und Leipzig 14 Punkte. Erfreulicherweise konnte die Begegnung 1957 in Passau fortgesetzt werden. Noch im gleichen Jahr fand dann der Rückkampf in Jena statt. Leider wurde später dann der sogenannte "gesamtdeutsche Sportverkehr" eingestellt, nicht einmal unsere Briefe nach "drüben" wurden mehr beantwortet.
1958 wurde das 50-Meter-Sportbecken im Bschüttbad fertiggestellt und mit einem Internationalen Vergleichskampf eingeweiht. Im Oktober begannen die Schwimmer mit dem Übungsbetrieb im Schwimmlehrbecken der Schule St. Anton. Die Fülle von Veranstaltungen und Festen, die in den 60er Jahren folgte, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. In der Festschrift aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens der Abteilung sind alle Aktivitäten festgehalten. Nur einige sollen hier herausgegriffen werden:
1960 Durchführung des Verbandstages des Bayerischen Schwimmverbandes in Passau; erfolgreiche Teilnahme beim Bayerischen Landesturnfest in Schweinfurt; Erster Platz in der Mannschaftsmeisterschaft des DSV in der Klasse II. 1963 erster Deutscher VoW Titel in der 4x200-m-Bruststaffel in Gladbeck mit Hans und Karl Meisner, Ludwig Reitberger und Günther Weiser. 1964 Teilnahme unserer Schwimmer bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin, bei der die 4x200-m-Bruststaffel zweiter Deutscher VoW-Meister wird.

1965 dann endlich in Itzehoe Deutscher VoW-Bester in der Paradestaffel 4x200 m Brust! 1967 ist der 4. Platz bei den offenen Deutschen Meisterschaften in Essen in der 4xl00-m-Bruststaffel mit Wolfgang Geiger, Hans und Karl Meisner und Ludwig Reitberger hoch zu werten.
1968 Bayer. VoW-Meisterschaften in Passau, wobei unser Verein bester bayerischer Verein wird.
1969 trägt die Durchführung des Verbandstages des Deutschen Schwimmverbandes zum Ansehen des Vereins bei. Sportliche Beziehungen zu CSSR-Vereinen Pilsen, Duvur Kalove.

Ohne Breite keine Spitze! Ohne Spitze keine Breite!
Dieser sportliche Grundsatz bewahrheitete sich in der großen Mannschaftsleistung unserer Abteilung besonders 1969 mit dem Sieg der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft (VoW) mit 22062 Punkten! Die Wasserballer zeigten sich ebenfalls in Rekordlaune und erreichten den 2. Platz bei den Bayerischen VoW-Meisterschaften und als Höhepunkt die Deutsche Vize-Meisterschaft. Dieser Erfolg konnte 1971 in Werne/Westfalen nochmals wiederholt werden.

Trotz des harten Trainings hatten die Wasserballer immer Zeit für einen kleinen Jux.

1972 - 50 Jahre Schwimmabteilung

Das Jubiläumsjahr wurde mit einem Festakt im Kolpingsaal eröffnet. In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik und Sport hob der 1. Vorsitzende Alois Feuerer neben der Würdigung der bisherigen sportlichen Erfolge in seiner Festansprache hervor, daß die Abteilung zu einem sportlichen Aushängeschild des Vereins geworden ist. Die besondere Bindung der Abteilung an den Hauptverein anerkannte der 1. Vorsitzende besonders deshalb, da wiederholt die Gründung eines selbständigen Schwimmvereins gefordert worden war. Dem Abteilungsleiter Max Weiser überreichte er an diesem Festabend den Ehrenbrief des Turnrates.
Das Jubiläumsschwimmfest im Bschüttbad brachte einen gut besuchten Vergleichskampf zwischen SV Wacker Burghausen, SC Wasserfreunde München und dem TV Passau 1862. Besonderes Interesse fand der Burghauser Lutz Stoklasa, der zu dieser Zeit zu den besten europäischen Delphin-Spezialisten gehörte.
Neben Erfolgen bei den Bezirksmeisterschaften in Zwiesel war der Doppelerfolg Wolfgang Dorschs bei den Deutschen Meisterschaften der Vereine ohne Winterbad (VoW) über 100 und 200 Meter Brust sowie der Sieg in der 4x100-m-Bruststaffel der Herren hoch einzuschätzen. Zweite Plätze gab es für die 4x100-m-Freistilstaffel und für Gilla Zimmermann über 100 Meter Brust. Ein Herbstausflug zur "Passauer Hütte" in den Leoganger Steinbergen sowie eine Skiwoche in Mitterfirmiansreut beendeten das Jubiläumsjahr.

1973 wurde ein Generationswechsel deutlich spürbar, ein Neuaufbau mit leistungsorientierten Jugendlichen begann. Die alte Garde errang bei den vom DSV zum letzten Mal durchgeführten Deutschen VoW-Meisterschaften in Regensburg den Deutschen Meistertitel in der 4x100-m-Bruststaffel mit Josef Schmidt, Christian Riendl, Hans Meisner und Karl Meisner. Bei den Bayerischen VoW-Meisterschaften erkämpften unsere Herren Siege in der 4x100-m-Bruststaffel, der 4x100-m-Freistil- und 4x100-m-Lagenstaffel. Dazu noch drei dritte und drei vierte Einzelmeisterschaften. Erfreulich war, dass unsere Wasserballer nunmehr zum fünfzehnten Mal die niederbayerische Meisterschaft gewannen.
Gleich zu Beginn der Ölkrise wurden auch die Schwimmer davon betroffen: Sperre des Schulschwimmbeckens in St. Anton!

Ganz im Zeichen von Wasserballerfolgen stand das Jahr 1974: vier Heimspiele, Turniere in Linz, Wiener-Neustadt und Fürstenfeldbruck und der dritte Platz in der Wasserball-Bayernliga! Bei den Schwimmern gab es noch zwei Herrentitel bei den Bayerischen VoW-Meisterschaften über 4x100 m Lagen und 4x100 m Brust sowie Einzelmeisterschaften für Josef Schmidt über 100 m und für Alexander Semmler über 200 m Brust. Erstmals wurden auch Bayer. Seniorenmeisterschaften durchgeführt, bei denen in der AK II Ludwig Reitberger über 50 m Brust und Horst Kalmus über 50 m Delphin gewannen. Heinz Gerstl und Karl Heinz Hetschel erwarben die Übungsleiter-Lizenz. Trotz des total verregneten Sommers konnte ein kontinuierlicher Trainingsbetrieb durchgeführt werden. Sieben Auswärtsveranstaltungen wurden besucht, wobei auch Eltern unserer Jugendlichen Interesse an den Wettkämpfen zeigten und teilweise ihre Pkw zur Verfügung stellten.

2. Plätze bei den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften holten Alexander und Susanne Glück 1975 erstmals nach Passau. Überhaupt war dieses Jahr sportlich ein Höhepunkt, da mit den Geschwistern Glück und Sigrun Stuchlik eine neue Ära im Jugendbereich eingeläutet wurde. Dazu kamen noch Martina und Alexander Semmler, die in Bayern im Brustschwimmen zur absoluten Spitze zählten. Zum letzten Mal wurden in diesem Jahr in Bayern die VoW-Meisterschaften ausgetragen. Passau als "hallenbadlose" Stadt war mit zehn Plazierungen von eins bis drei am erfolgreichsten. Bei der Sportlerehrung der Stadt konnten Alex Semmler, Josef Schmidt und Gerhard Günsel ausgezeichnet werden.
Die Wasserballer unter der Leitung von Eyke Burg schafften den dritten Platz in der Bayernliga. Insgesamt legten die Wasserballer in eigenen Pkws 3940 km zurück! Weitere Höhepunkte waren ein Zeltlager in der Mausmühle und die Skiurlaubswoche in Filzmoos/OÖ., die von Heinz Gerstl organisiert wurde. Nach zwei Stunden Training im Hallenbad folgte jeden Tag das Skivergnügen.

Wegen der Fülle von Erfolgen, das Jahr 1976 nur im Stenogrammstil: zwei Heimveranstaltungen; 5 Auswärts-Feste; Tabellenspitze der Wasserballer in der Bayerischen Wasserball-Oberliga 1976! Unsere Männer wurden damit Bayerischer Wasserballmeister. Die Aufstiegsspiele zur Regionalliga Süd in Fulda konnten allerdings nicht geschafft werden.
Zur Sportlerehrung der Stadt kamen: Gerhard Günsel und Josef Schmidt (Bayer. Seniorenmeister), Martina und Alex Semmler (Brustschwimmer), Alexander Glück, Susanne Glück, Sigrun Stuchlik, Paul Grünzinger und Gaby Greiner. Ferner die Wasserballmannschaft mit Klaus Burg (Mannschaftsführer) Ludwig Reitberger, Karl Meisner, Gerhard Holzinger, Horst Kalmus, Wolfgang Dorsch, Josef Schmidt, Helmut Sprezny, Berthold Schaffelhofer und Dr. Zoltan Wayand.
Allein dreißig Aktivitäten außerhalb des Sommer- und Wintertrainings zeichneten 1977 eine noch nie erreichte Wettkampftätigkeit. Dr. Zoltan Wayand übernahm nach dem Rücktritt von Eyke Burg das Amt des technischen Leiters bei den Wasserballern.
In den Bayerischen Landeskader wurden berufen: Martina Semmler, Susanne Glück, Sigrun Stuchlik und Alexander Glück.
Bayerische Jahrgangsmeister wurden: Nicola Glück über 100 m Rücken und 100 m Kraul sowie 200 m Rücken und 200 m Lagen, Susanne Glück über 100 m Delphin, Martina Semmler über 100 m Brust.
Bayerische Seniorenmeister wurden: Gerhard Günsel über 50 m Freistil und 50 m Delphin, Josef Schmid über 50 m Brust und Dr. Zoltan Wayand über 100 m Freistil.

1978 erfüllte sich ein Wunschtraum, auf den einige Jahre systematisch hingearbeitet worden war: Teilnahme an den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften! Unsere fünf Spitzenkräfte erfüllten nicht nur die schweren Pflichtzeiten, sondern brachten auch nie erwartete Plazierungen nach Hause. Den Trainern Heinz Gerstl und Gerhard Günsel ist dieser Erfolg zuzuschreiben!
Susanne Glück 4. Platz über 100 m Freistil (1:03.5 min), 5. Platz über 100 m Delphin (1:10.85 min) und 5. Platz über 400 m Freistil (4:59.53 min). Sigrun Stuchlik erreichte Rang 7 über 100 m Freistil (1:04.71 min) und den 8. Platz über 200 m Freistil (2:21.01 mm); Martina Semmler Rang 7 über 100 m Brust (1:21.28 min) und Rang 8 über 200 m Brust. Alexander Glück schaffte Platz 5 über 100 m Brust (1:12.5 mm), Paul Grünzinger Rang 10 und 14 über 100 und 200 m Brust.
Susi Glück wurde gleichzeitig in den Jugend-Nationalkader des Deutschen Schwimmverbandes einberufen! Dazu kamen 16 Ränge 1 bis 3 bei den Bayerischen Jahrgangs-Meisterschaften und 10 Ränge 1 bis 3 unserer Senioren bei den Bayerischen Seniorenkämpfen.

1979 begann Bernd Bandlow, früherer Aktiver, als Nachwuchstrainer seine fruchtbringende Arbeit. Unsere Mädchen hielten bis auf die Rückenstrecke in allen Disziplinen die niederbayerischen Rekorde. Susanne Glück wurde in Köln Deutsche Jahrgangsvizemeisterin über 100 m Freistil in 1:01.63 min!

Bei den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften sammelten unsere Mädchen zwölf Titel, darüberhinaus sieben zweite und dritte Plätze. Die Sammlung vervollständigte Susanne Glück mit ihrer Meisterschaft über 100 m Freistil und Sprintmeisterschaft im Delphinschwimmen sowie Rang zwei über 200 und 400 m Kraul bei den "Bayerischen".
Martina Semmler wurde 2. Bayerische Meisterin über 100 und 200 m Brust.

Eine kaum zu überbietende Erfolgsserie, die daran gemessen werden mußte, dass Passau zu diesem Zeitpunkt immer noch kein wettkampfgerechtes Hallenbad hatte!! Trainer Heinz Gerstl erhielt die Ehrennadel des TV 1862 für besondere Verdienste.

28 Auswärtsveranstaltungen und dazu noch sechs Wasserballtermine bestritten die Schwimmer 1980. Erfolge als Bayerischer Jahrgangs-"Vize" erreichte Jürgen Schwarz über 100 m und 200 m Freistil. Nicola Glück wurde 2. Bayerische Jahrgangsmeisterin über 100, 200 und 400 m Freistil. Ihre Schwester Susanne trumpfte als 2. Deutsche Jahrgangsmeisterin über 100, 200 und 400 m Freistil und Bayerische Meisterin über 100, 200 und 400 m Freistil nochmals groß auf. Ihr Bruder Alexander wurde Dritter bei den Bayerischen Meisterschaften über 100 m Brust und stellte über 100 m Freistil mit 0:58.6 min eine neue Vereinsbestzeit über 100 m Freistil auf.

Endlich ein modernes, sportgerechtes Hallenbad in Passau!

Am 30. Januar 1981 war es soweit, das neue Hallenbad konnte eingeweiht und eröffnet werden. Dazu gab unsere Schwimmabteilung am 28. Februar/1. März 1981 dem Bad die sportliche Weihe. Der spannende Vergleichskampf der Schwimmer zwischen Niederbayern und Oberösterreich endete 131:131. Die beste Leistung bei den Herren bot der Abensberger Michael Artinger, bei den Damen die sieggewohnte Susanne Glück vom TV Passau. Die Münchner Isarnixen lockerten durch Wasserballett-Darbietungen die Wettkämpfe auf und die Anwesenheit von Kraulweltmeister Lampe aus Bonn gab der Veranstaltung ein besonderes Gepräge.

Alexander Brunner übernahm 1982 die Führung der Wasserballer. Als einziger niederbayerischer Verein spielten unsere Wasserballer nun schon drei Jahre lang in der Landesliga mit wechselndem Erfolg. Zum zweiten Mal konnte durch Vermittlung von Dr. Zoltan Wayand ein Trainingslager in der ungarischen Stadt Szolnok, einer Wasserball-Hochburg, abgehalten werden.
Schwimmerisch mußten sich die Mitglieder nach Beendigung der aktiven Laufbahn mehrerer Schwimmer und Schwimmerinnen (u. a. Susanne Glück und Sigrid Stuchlik) mehr auf Schwimmfeste mit unseren österreichischen Freunden (Linz, Salzburg, Wels und Braunau) beschränken.

Absoluter Höhepunkt des Jahres 1983 war die Begegnung mit Schwimmern unserer Partnerstadt Cagnes-sur-Mer im April in Passau. Wir boten den Gästen ein fünftägiges kulturelles Programm. Der Vergleichskampf im Hallenbad brachte einen überlegenen Passauer Sieg. Bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften erreichte Gerhard Günsel über 50 m Kraul in 28,3 sec, den Bayerischen Meistertitel. Josef Schmidt wurde Dritter über 50 m Brust. Die Wasserballer hatten neben Spielen ihrer Verbandsliga auch Begegnungen mit Spielern aus Pilsen/CSSR und belegten im bedeutenden "Frundsberg-Pokalturnier" in Mindelheim Rang 2.

1984 gab der Sommer, der ein Winter war, eine miese Vorstellung dieser angeblich schönsten Jahreszeit. Dass wir darunter etwas litten, ist selbstverständlich. Dank des nun möglichen Trainings im Hallenbad konnten wir unsere Leistungsrückstände später wieder etwas aufholen. Der Gegenbesuch mit 44 Mitgliedern unserer Abteilung in Cagnes-sur-Mer vom 9. bis 12. Juni wird allen ein Erlebnis bleiben. Wir gewannen den Wettkampf klar, die Wasserballer schafften gegen die starke Mannschaft aus Nizza ein 10:10.
Wachablösung! Nach 48-jähriger Abteilungsleiterarbeit übergab Max Weiser am 26. April den Vorsitz an Dr. Zoltan Wayand.
Die Schwimmer nahmen an 16 nationalen und internationalen Bewerben mit 600 Einzel- und 40 Staffelstarts teil. Für die gute Jugendarbeit zeugen die 13 ersten, 19 zweiten und 30 dritten Plätze bei den niederbayerischen Jahrgangsmeisterschaften. Mit Vereinsbestzeit über 100 m Kraul in 0:57.3 min. konnte sich Thomas Radinger bei einem im Passauer Hallenbad durchgeführten Sechsländerkampf Österreich-Salzburg-Tirol-Oberpfalz-Schwaben-Niederbayern prächtig behaupten.


Quellen Bilder:
1) 75 Jahre Schwimmabteilung TV Passau 1862, TV Passau 1862 Schwimmabteilung, S. 8
2) 125 Jahre Turnverein Passau 1862 e.V., Turnverein Passau 1862 e.V., 1987, S. 68
3) Das Bschütt-Bad in Passau (1922 - 1998) -- Rückblick --, Heinz Kellermann, Turnverein Passau 1862 e.V., S. 26